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Die frühe Innovationsphase
Zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Idee setzen – das ist es, was innovative Unternehmen von anderen unterscheidet. Dabei spielt vor allem die frühe Phase des Innovationsmanagements eine entscheidende Rolle, werden hier doch die Weichen für wettbewerbsfähige Neuerungen gestellt. Der Grundgedanke klingt dabei einfach: Zukunftsträchtige Ideen identifizieren und rigoros fördern.
Aber wodurch lässt sich erkennen, welche Ideenstränge die größten Chancen besitzen? Wie kann man Kundenwünsche und künftige Marktentwicklungen verlässlich abschätzen? Und was sind die Voraussetzungen für eine innovationsfördernde Unternehmenskultur?
Für diese Fragen gibt es keine Patentrezepte, aber einen Bestand systematischer Ansätze und erprobter Verfahren, die erfolgreiches Innovationsmanagement plan- und handhabbar machen.
Die Autoren erläutern praxisnah, wie Unternehmen durch
• Ideenscouting,
• Früherkennung,
• Zukunftsforschung,
• intelligente Einbindung von Kunden und
• systematisches Innovationsmanagement
ihre Position im Innovationswettbewerb verbessern und so die Märkte der Zukunft erschließen.
Textauszug
Innovationserfolg durch Unternehmenskultur
Martin Spilker
Der Schlüssel für erfolgreiches Innovationsmanagement liegt nicht in der perfekten Ausstattung, sondern im Personal: Ein Umfeld mit motivierten, kreativen und
leistungsorientierten Mitarbeitern gedeiht nur durch Delegation von Verantwortung, vertrauensbasierte Fehlerkultur und vorbildliche Führung.
Die große Gefahr
»Kann man Pizza eigentlich auch mit Leberwurst belegen?« Für die Führung eines Unternehmens mag diese Frage eines 12-jährigen Kindes naiv anmuten. Manche Entscheidungsträger werden argwöhnen,
was die fantasievolle Komposition mit einem modernen Innovationsmanagement zu tun haben soll. Aber auf den zweiten Blick gibt es durchaus Anknüpfungspunkte zu den heutigen Rahmenbedingungen in manchem Unternehmen.
Die Frage symbolisiert einerseits die Unbekümmertheit des Kindes – im Unternehmen würde man es mit Freiraum umschreiben –, mit der es seine Fantasie und Kreativität entfalten kann. Andererseits unterstreicht sie symbolisch die Bedeutung einer offenen, toleranten Kultur, in der man den Mut haben darf, Vorschläge – seien sie auch voraus, in der man andere Meinungen respektiert und solche Ideen äußern darf. Deshalb ist es wichtig, erst einmal Zuhörer für einen Vorschlag zu finden, ohne gleich in die Schranken gewiesen zu werden.
Verglichen mit den Rahmenbedingungen in Unternehmen bleibt es jedem selbst überlassen, sein Urteil darüber zu fällen, wie Ideen präsentiert werden. Gerade in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 schlägt in vielen Unternehmen zumeist erstmal die Stunde des Controllers:
Geplante oder laufende Projekte werden gestrichen, Mitarbeiter beklagen, dass sie von Studien abgezogen, Finanzpläne oftmals nach der Rasenmäher-Methode revidiert sowie Forschungs- und Entwicklungslabors zusammengelegt werden – oft nur mit einem Ziel:
Einsparungen bei Budget und Personal.
Eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung [4] von 2.500 Firmen bestätigt, dass in der Krise nur 62 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit über 10 Mitarbeitern bis 2010 weitere Neuentwicklungen
planen. Zwischen 2005 und 2007 waren es noch 72 Prozent der Betriebe, die mindestens eine Produkt- oder Verfahrensinnovation einführten. Als Gründe werden – neben Beschwerden über hohe bürokratische
Hemmnisse und Kosten – wachsende Risiken genannt.
Die große Gefahr: Oftmals werden so bereits die Innovationen von Morgen beerdigt!









