von Lisa Langwieser | 18. Dezember 2019

Kernkompetenzen als Innovationshebel

Wie fit ist Ihr Unternehmen?

 

Innovation ist kein Selbstzweck. Es geht nicht nur um das Neue, sondern es geht um das Bessere! Innovation bedeutet, Produkte auf den Markt zu bringen, die begeistern, sich von der Konkurrenz abheben und die der Kunde kaufen will. So sichert Innovation den Erfolg eines Unternehmens.

Das erfordert Kernkompetenzen.

Kernkompetenzen sind unterschätzte Innovationshebel,

  • um den Unternehmenserfolg und die Stärken langfristig auszubauen und zu sichern und
  • um neue Märkte zu identifizieren.

 

Drei Eigenschaften einer erfolgreichen Produktinnovation

Eine erfolgreiche Produktinnovation steht auf drei Säulen:

  • Verstehen: Der/die KundIn und seine/ihre Herausforderungen, Wünsche und Probleme müssen verstanden werden.
  • Begeistern: Mit Kreativität und Kompetenz soll eine Lösung entwickelt werden, die die KundInnen begeistert.
  • Hervorheben: Die Lösung bzw. das Produkt muss sich vom Wettbewerber differenzieren, sodass es zum bevorzugten Produkt wird.

 

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Alle drei Eigenschaften sind Bedingung für eine erfolgreiche Produktinnovation.

 

Kernkompetenz als Basis für Begeistern und Hervorheben

Eine Basis für Begeistern und Hervorheben sind die Kompetenzen einer Organisation, allen voran die Kernkompetenzen. Eine Kernkompetenz ist eine Fähigkeit, die den Wettbewerbsvorteil ausmacht. Für das Innovationsmanagement haben sie eine hohe Relevanz, vor allem im Kontext der Innovationsstrategie:

  • Kernkompetenzen gilt es geschickt zu identifizieren, zu stärken, auszubauen und zu nutzen.

 

Kernkompetenzanalyse

Um Kernkompetenzen zu identifizieren, müssen Sie Ihre Erfolge analysieren:

  • Welche Produkte, Technologien, Services, Prozesse, aber auch Ressourcen machen Ihr Unternehmen erfolgreich?
  • Warum? Was ist ausschlaggebend?
  • Was stiftet den größten Kundennutzen?
  • Wofür schätzt der/die KundIn Ihr Unternehmen?
  • Wofür beneidet der Wettbewerb Ihr Unternehmen?
  • Gibt es auch brachliegende Kernkompetenzen?

 

Eine Kernkompetenz stiftet dann einen signifikanten Wettbewerbsvorteil, wenn

  • sie einen Kundennutzen stiftet, der auch für den/die KundIn Relevanz hat.
  • sie sich deutlich von der Konkurrenz abhebt.
  • schwer kopierbar ist.
  • ausbaufähig ist.
  • zukunftsfähig ist.

Sind aktuelle aber auch ausbaufähige Kernkompetenzen identifiziert, sind die richtigen Maßnahmen zu setzen, um sie im Sinne noch stärkerer Differenzierung und Zukunftsfitness auszubauen und zu nutzen.

 

Kernkompetenzen für neue Märkte nutzen

Kernkompetenzen sind ein Ansatzpunkt, um neue Märkte zu identifizieren: Welche neuen Anwendungen und Produkte können Sie mit Ihren Kernkompetenzen entwickeln und umsetzen? Welche Märkte kann Ihr Unternehmen noch bedienen?

Nach der Ansoff-Matrix würde das neue Produkte für neue Märkte bedeuten. 

Beispiele: Google nutzt seine IT-Kenntnisse für selbstfahrende Autos. Der Holzverarbeiter nutzt seine Kompetenz und stellt Hochwasserschutz oder Fertigteilhäuser her.

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Ansoff-Matrix | Bildquelle: https://www.mindtools.com/pages/article/newTMC_90.htm

 

Fitnesscheck 1: Konkurrenzanalyse

Kernkompetenzen sollen einen Wettbewerbsvorteil stiften, daher ist die Analyse der Konkurrenz ein wesentlicher Teil davon - auch um seine Position zu kennen.

Wer sind Ihre gegenwärtigen Konkurrenten? Wer sind potentielle Konkurrenten?

  • Wo steht Ihr Unternehmen im Vergleich zu Ihren Konkurrenten?
  • Wo haben Sie Vorteile?
  • Wo haben Sie Nachteile?
  • Wie sieht es der Kunde/die Kundin?
  • Wie werden Ihre Konkurrenten in Zukunft agieren?
  • Auf welche Art konkurriert Ihr Unternehmen?

All die Antworten auf diese Fragen liefern Ansätze für Maßnahmen zur Stärkung der eigenen Kompetenzen und Marktposition.

 

Fitnesscheck 2: Substitutionsanalyse

Disruption ist in aller Munde, über Nacht können Produkte und Technologien obsolet sein. Die Frage ist, wie zukunftsfit sind Ihre Kompetenzen und Produkte? Was kann Ihre Produkte und Leistungen kannibalisieren? Dabei hilft die Substitutionsanalyse.

 

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Ist das Substitutionsrisiko hoch, ist auch der Innovationsbedarf hoch, sonst wird ein Unternehmen auf kurz oder lang am Markt verdrängt und ersetzt.

Beispiel: Die KundInnen wollen nicht einen Rasenmäher durch den Garten schieben, sie wollen auch keinen Rasenmäher. Das Bedürfnis ist ein kurzer, gepflegter Rasen. Gäbe es andere Möglichkeiten dafür, zB ein Mittel, welches das Wachsen des Rasens "drosselt", braucht es auch weniger Rasenmäher.

 

Fazit

Diese Analysen liefern wichtige Inputs für Ihr Innovationsverhalten: Was müssen Sie tun, um Ihr Unternehmen zukunftsfit zu machen? Daher zählt die Auseinandersetzung mit den eigenen Kernkompetenzen vor allem aus strategischer Sicht zur Agenda des Innovationsmanagements.

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