von PFI - Plattform für Innovation | 01. Juli 2019

Design Thinking: Methode für geniale Innovationen und alltägliche Problemstellungen 

 

Design Thinking ist in aller Munde. Was ist und kann diese Methode? In diesem Blog erfahren Sie alles, was Sie über Design Thinking wissen sollten.

Um Design Thinking erfolgreich anwenden zu können, müssen Sie kein Designer sein. Es geht nicht um Design im Sinne von Ästhetik und Form, sondern um die Gestaltung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Design Thinking ist ein Kreativ-Prozess für Problemstellungen im privaten und beruflichen Alltag und für Produkt- und Serviceentwicklungen – von kleinen Problemen bis zu großen Innovationen.

 

Kernmerkmale der Arbeitskultur "Design Thinking"

Design Thinking ist zwar ein Prozess, aber auch eine Arbeitskultur. Im Folgenden werden die Grundlagen von Design Thinking vorgestellt.

Der Mensch im Mittelpunkt

  • einerseits das Arbeitsteam,
  • andererseits und vor allem die KundInnen und NutzerInnen. Das Lernen über die NutzerInnen und deren Probleme steht in jeder Phase im Zentrum.

Arbeitsweise im Team und Raum

  • Ein Kernteam aus 4 bis 6 Personen ist optimal.
  • Diversität ist essentiell: vielfältige Expertisen mit breitem Wissen und verschiedenen Sichtweisen sollen genutzt werden.
  • Das erweiterte Team besteht aus ExpertInnen, NutzerInnen und AuftraggeberInnen.
  • Die Umsetzer sind von Anfang an im Kernteam einzubinden.
  • Die Teamkultur ist von Offenheit, Respekt, Vertrauen und Kommunikationsstärke geprägt.
  • Das Team eines Design Thinking Projekts arbeitet ständig – an jedem Tag oder an fixen Wochentagen – und in einem Raum zusammen.
  • Für die gesamte Projektdauer soll ein Raum zur Verfügung stehen, der Kollaboration fördert und in dem das Projekt leben kann. Alle Informationen und Prototypen sind sichtbar. Ist das nicht möglich, sollen die Informationen zumindest "mobil" sein.

Die wichtigsten Arbeitsprinzipien

  • Nutzerzentriert: Empathie – KundInnen und den BenutzerInnen zu verstehen ist die wichtigste Basis.
  • Kultur der unfertigen Prototypen: Sobald eine Idee steht, wird ein simpler Prototyp entwickelt, um die Idee erlebbar zu machen und zu testen.
  • Iterationen: Sie navigieren nicht durch einzelne Prozessschritte, sondern kommen durch ständige Wiederholung von Schritten zum Ziel

 

Der "Prozess" Design Thinking

 

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Abbildung: Design Thinking Prozess

Verstehen
Hier geht es um die Definition der "Design Challenge", um das Stellen der richtigen Frage. Diese sollte spezifisch genug sein, darf aber den Lösungsraum nicht einschränken.

Erforschen
Möglichst viele Informationen zum Thema, KundInnen, NutzerInnen und andere Betroffene werden gesammelt. Alle Teammitglieder werden so zu SofortexpertInnen.
Wichtig ist die Erforschung bei den Menschen. Zu beachten ist dabei, dass oft das Gesagte nur die halbe Wahrheit ist. Daher sollten Sie hier auf Audios, Fotos, Videos, Beobachten, Selbst-Ausprobieren, Emotionen und Gesten, usw. setzen.

Synthese
Aus den umfangreichen Informationen wird die Essenz herausgearbeitet. Das kann dazu führen, dass Sie zurück gehen und die Fragestellung neu aufarbeiten.
Die Aufbereitung der Informationen ist wesentlich. Sie soll sichtbar (im Raum, durch Bilder, etc.) und verständlich für alle sein. Methoden wie Storytelling und Personas finden Anwendung. Das Erforschen und die Synthese sind die umfangreichsten Phasen im Prozess.

Ideen
Wie bei jeder Kreativsession gelten hier dieselben Regeln: Quantität vor Qualität, keine Bewertungen, Ideen aufgreifen und weiterspinnen, aus Denkmustern ausbrechen (Wie würde es Superman lösen?) und mit den Händen denken, also visualisieren.
Erst nach der Ideensammlung werden die Ideen bewertet und das Team entscheidet sich für ein bis drei Ideen zur weiteren Bearbeitung.

Prototypen
Ideen müssen erlebbar gemacht werden, um sie anzufassen und zu testen. Denn Ideen, welche nur aus Worten bestehen, sind anfällig für Missverständnisse. Hier besteht kein Anspruch auf fertige Prototypen. Mit Papier, Knete, Karton, Pfeifenreiniger, Lego etc. wird improvisiert, um die wichtigsten Funktionen zu demonstrieren.

Testen
Schnell wird mit den Prototypen von BenutzerInnen, ExpertInnen und AuftraggeberInnen Feedback gesammelt. Kommt die Idee positiv an, wird die Umsetzung gestartet, wenn Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit gegeben sind.

 

Innovation mit Design Thinking

Design Thinking ermöglicht Innovationen mit dem Wow-Effekt. Das Endprodukt trifft die Wünsche und Bedürfnisse von BenutzerInnen. Die Autoren des 30 Minuten Guides für Design Thinking vergleichen Design Thinking mit einem Geburtstagsgeschenk: Die/Der Beschenkte artikuliert den Wunsch zwar nicht, bekommt er aber das Geschenk, ist er begeistert und gibt es nicht mehr her.

Die Anwendung und Umsetzung der Design Thinking Methode in Unternehmen kann mit folgenden Herausforderungen verbunden sein.

  • Design Thinking ist ein kultureller Wandel. Laut einer Studie dauert die Umsetzung 4 Jahre.
  • Der Umgang mit folgenden Elementen kann sich zum Teil als schwierig herausstellen, wie
    • Prototypen mit Papier oder Lego basteln
    • alles sichtbar machen
    • unfertige Prototypen
    • "Freistellen" von MitarbeiterInnen für nur ein Projekt, etc.
  • Vor allem in der Recherche kann Design Thinking aufwendig gestaltet sein. Sie brauchen dazu intensiven Kontakt mit BenutzerInnen und KundInnen.

Trotz diesen potenziellen Herausforderungen ist die Design Thinking Methode sehr mächtig. Sie kompensiert viele alltägliche Innovationsfehler, wie zB den Kunden/die Kundin nicht richtig zu verstehen. Im Prozess entstehen zudem viele wertvolle Informationen. Somit haben Sie eine bessere Entscheidungsgrundlage, wie zB für die spätere Vermarktung eines Produktes oder Services.

Design Thinking ist, kombiniert mit den gängigen Werkzeugen, die optimalste Methode für das Innovationsmanagement. Sie vereint die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Innovationen wie Menschen, Empathie, Kultur, Kundenorientierung, Agilität, etc. und prägt somit die neue Generation des Innovationsmanagements.

 

Quelle: 30 Minuten Design Thinking von Jochen Gürtler und Johannes Meyer

 

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Herausgeber: PFI - Plattform für Innovation

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